FAQ

Hier haben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen zu einem Einheits- und Freiheitsdenkmal in Leipzig und dem Findungungsprozess zum Denkmal für Sie zusammengestellt:

Wer redet heute noch von der Friedlichen Revolution?

Demokratiebewegungen aus aller Welt beziehen sich auf die Friedliche Revolution, deren Wendepunkt die Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 war. Die Friedliche Revolution ist ein wesentlicher Teil der demokratischen Traditionslinie der Bundesrepublik und gehört als erster gelungener antidiktatorischer und vor allem gewaltfreier Aufstand zu den besonderen Ereignissen unserer Geschichte, auf den alle Deutschen stolz sein können.

Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte sind jedoch keine Selbstverständlichkeit, weder heute noch für alle zukünftige Zeiten. Sie sind immer wieder neu zu erstreiten.

Warum ein Denkmal für die Friedliche Revolution?

Ein gelungenes Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig kann künftigen Generationen einen Anstoß und einen Bezugspunkt geben, sich weiterhin oder erneut für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte im vereinten Deutschland einzusetzen.

Ein Denkmal kann die Losungen der Friedlichen Revolution: „Keine Gewalt“, „Wir sind das Volk“, „Schwerter zu Pflugscharen“ und „Offen für Alle“ auch in der Gegenwart lebendig halten.

Wer will das Denkmal?

Zum einen kommt der Wille zu einem solchen Denkmal in zwei gültigen Beschlüssen des Bundestages (vom 04.12.2008 und vom 01.06.2017) sowie im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung und in einer Entschließung der Leipziger Ratsversammlung zum Ausdruck.

Zum anderen zeigt auch eine repräsentative Umfrage: 80 % aller Bürger*innen in Leipzig und 70 % der Bundesbürger*innen sind für ein Einheits- und Freiheitsdenkmal in Leipzig.

Warum muss es noch ein Denkmal geben?

Zwar gibt es schon Nikolaisäule, Demokratieglocke und weitere Denkmäler in Leipzig, die den Ereignissen vom Herbst 1989 und der Friedlichen Revolution gewidmet sind. Was aber fehlt, ist ein gemeinsames Denkmal mit übergreifender Perspektive, das für alle an der Friedlichen Revolution Beteiligten und ihre Würdigung durch die deutsche Gesellschaft und ihrem Staat steht.

Ein Denkmal, das dem gewaltfreien Widerstand des Herbstes 1989 in Leipzig ein eigenes Gesicht gibt und die Bedeutung von Demokratie und Zivilcourage hervorhebt.

Warum in Leipzig?

Die Friedliche Revolution fand inmitten günstiger politischer Begleitprozesse in Europa statt und sie hatte eine Vielzahl von Beteiligten. Aber sie hatte nur einen klaren Entscheidungsmoment: die Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989, die sich als Wendepunkt der gesamten weiteren Entwicklung erwies.

Warum endete der ersten Anlauf ohne Denkmal?

Ein erster Anlauf zur Realisierung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig wurde im Jahr 2014 ohne Ergebnis beendet.

Dafür gab es neben mangelhafter Transparenz und Bürger*innenbeteiligung viele weitere Gründe, die in der Dokumentation von Gunter Weissgerber auf dieser Internetseite unter dem Stichwort „Vorgeschichte Denkmal“ zu finden sind. Ein künftiges Denkmal sollte es nur geben, wenn es in der Mehrheit der Bevölkerung auf Akzeptanz stößt.

Wer ist nach jetzigen Stand am offenen Findungsprozess für ein Denkmal beteiligt?

  • der Leipziger Stadtrat
  • Stiftung Friedliche Revolution
  • die Bürger*innen Leipzigs und der Bundesrepublik Deutschland
  • das Begleitgremium Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal
  • der Expert:innenrat Standort
  • der Bürger:innenrat Standort
  • der Expert:innenrat Wettbewerb

Was ist die Rolle der Stadt Leipzig

Die Leipziger Ratsversammlung hat 2015 den Oberbürgermeister der Stadt mit zwei Ratsbeschlüssen beauftragt, einen breiten Beteiligungsprozess für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zu konzipieren, der in einen neuen Verfahrensvorschlag münden soll.

Als Konsequenz dieser Beschlüsse hat der Stadtrat der Stadt Leipzig die Stiftung Friedliche Revolution beauftragt, ein Konzept für einen Prozess zum Denkmal zu entwickeln.

Am Ende eines Findungsprozess-Abschnitts, etwa bei der Suche nach einem Standort oder dem Wettbewerbsverfahren, berät und entscheidet der Leipziger Stadtrat über die erarbeiteten Vorschläge.

Welche Aufgaben hat die Stiftung Friedliche Revolution übernommen?

Die Stiftung Friedliche Revolution hat als Vertreterin der Leipziger Zivilgesellschaft vom Leipziger Stadtrat den Auftrag erhalten, den öffentlichen Beteiligungsprozess hin zu einem Denkmal zu moderieren und zu begleiten.

Ziel ist es, in der Bürgergesellschaft von Stadt, Land und Bund einen Diskussionsprozess über das Denkmal in Gang zu setzen, der allen zugänglich ist: Befürworter*innen und Kritiker*nnen.

Wie läuft der Findungsprozess ab?

Dieser Prozess soll in Form einer „Denkmal-Werkstatt“ folgende Arbeitsschritte umfassen:

Dialog mit den Bürger:innen der Stadt Leipzig und der Bundesrepublik Deutschland zu den Inhalten des Denkmals, Prozess begleitend
Standortsuche durch einen Bürger*innenrat vorbereitet durch die Empfehlungen eines Expert*innenrats
Konzeption eines Wettbewerbsverfahrens zur Gestalt des Denkmals, für den die Ausschreibungskriterien ab Oktober 2021 durch einen Expert*innenrat erarbeitet werden.
Über die Vorschläge, die während des Beteiligungsprozesses erarbeitet wurden, berät und entscheidet jeweils abschließend der Leipziger Stadtrat.

Wie sind die Bürger*innen am Prozess beteiligt?

Die Beteiligung der Öffentlichkeit findet auf mehreren Ebenen statt:
– Über die Inhalte, für die das Denkmals stehen wird, soll ein breiter und offener Dialog mit möglichst vielen Menschen in Leipzig und Deutschland geführt werden.
– Bei der Wahl des Denkmalsstandorts werden 40 zufällig ausgewählte, statistisch repräsentative Leipziger*innen die Bevölkerung als Bürger*innenrat vertreten.
– Alle Bürger*innen können und sollen sich direkt zu allen geplanten Schritten und den erzielten Ergebnissen äußern – bei öffentlichen Diskussionen sowie über das Kontaktformular dieser Website.

Wer bezahlt das Denkmal?

Den politischen Beschluss für ein Denkmal in Leipzig traf der Bundestag im Dezember 2008, der dafür finanzielle Verantwortung übernimmt. Die Kosten werden aus Bundes- und Landesmitteln finanziert.

Die Höhe des Budgets ist bisher nicht prognostizierbar, da weder der Ort noch die Gestalt feststehen. Die genannte Summe, die dem Denkmalsprozess im ersten Anlauf zur Verfügung stehen sollte, ist daher nicht übertragbar.

Kann man das Geld nicht für Sinnvolleres ausgeben, z. B. für Bildung?

Freiheit und Demokratie als Bürgerrechte stehen nicht im Konflikt mit Grundrechten wie dem Recht auf Bildung, sondern diese Rechte bedingen sich gegenseitig und bilden ein Ganzes. Die Bürgerrechte bilden zusammen mit den Menschenrechten die Grundrechte nach dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.

Ein Denkmal für die Werte der Friedlichen Revolution stünde auch für das Recht auf Bildung.

  Wie soll das Denkmal aussehen?

Denkmäler zum Gedenken an Akteure oder Ereignisse sind traditionellerweise eher größere plastische Darstellungen wie Statuen, Standbilder, Monumente, Ehren- oder Mahnmale. Denkmäler können auch Kunstwerke oder Kunstinstallationen sein. Ebenso kann ein gepflanzter Baum oder Garten ein Denkmal sein oder auch eine Internetplattform im virtuellen Raum. Die Form, die Botschaft und die künstlerische Gestaltung eines künftigen Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig sind noch nicht beschlossen.

Denn dafür ist das breite Beteiligungsverfahren da, in das Sie sich einbringen können.

Wann wird das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig gebaut?

Da die Bevölkerung transparent in die Konzeption, Planung und Standortauswahl des Denkmals mit einbezogen wird, steht der Ausgang des Prozesses nicht von vornherein fest.

Wann und ob überhaupt ein Denkmal errichtet wird, hängt auch davon ab, wie die einzelnen Phasen des Findungsprozesses verlaufen und wie viel Zeit sie benötigen.