Damit Sie sich ein Bild vom Stand des Denkmalsdiskurses machen können, veröffentlichen wir an dieser Stelle Zuschriften mit Kommentaren und Fragen zum Freiheits- und Einheitsdenkmal, die uns über unser Kontaktformular erreicht haben.
Alle hier Zitierten haben der Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt:
Brigitte Beuthner
Das Denkmal ist mehr als überfällig!!!
Es ist ein Stück Deutscher Geschichte. Ich habe selbst mit an den Montagsdemonstrationen teilgenommen und bin über die Wiedervereinigung sehr stolz, dass in Leipzig die Menschen so viel Mut hatten.
Bei meinem Urlaub im Baltikum habe ich in Vilnius ein Monument der Menschenkette entdeckt und finde, dass es die genaue Darstellung der friedlichen Revolution ist (wikipedia.org. baltischer weg).
So etwas sollte doch zu bauen sein. Es werden viele unnötige Ausgaben gemacht und hier fehlt plötzlich das Geld? Das ist ja beschämend.
Unbedingt mit bei den Ausgaben mit einplanen!!!
Jochen Heinicke
Wie in der LVZ vom 13.11.2019 abgebildet hat Leipzig ein wunderbares Freiheitsdenkmal mit der Nikolaisäule und zusätzlich dem Überlauf-Brunnen auf dem Nikolaikirchhof.
Entsprechende Tafeln über die friedliche Revolution bis hin zum Mauerfall sollten Säule und Brunnen ergänzen, damit sich auch jüngere Bürger und ausländische Besucher über die damaligen Ereignisse informieren können.
Die Einheit ist nicht allein damals durch die friedliche Revolution zustande gekommen, sondern im wesentlichen durch die Verhandlungen und Zustimmung der vier Großmächte im Zwei plus Vier Vertrag.
Deshalb sind in meinem Bekanntenkreis die Bürger*innen für ein „Einheitsdenkmal“ in Berlin und nicht zusätzlich in Leipzig oder in den anderen Orten, in denen für die „Freiheit demonstriert wurde.
Hubertus Wielsch
Ich finde ein Denkmal ist nicht erforderlich, die Nikolaikirche mit Nikolaikirchhof samt Säule und Brunnen sind als Ort des Gedenkens und Erinnerns autentisch und ausreichend.Den Rechtspopulismus zu bekämpfen ist ein Denkmal nicht geeignet auch wenn ein Herr Kerkeling das so sieht.
Hans Joachim Dupke:
Ich bin 1949 in Leipzig geboren und habe dort bis zum Jahr 2000 gelebt, jährlich bin ich oft besuchsweise in Leipzig und nehme regen Anteil an dieser großartigen Stadt, meiner alten Heimatstadt.
Meine Frage zur Entscheidungsfindung eines Freiheitsdenkmals: bin ich als „Nicht- Leipziger“ nun für eine Bürgerbeteiligung ausgeschlossen?
Kann ich mir Ideen, Vorschläge und Anregungen sparen, weil ja nur die Leipziger mit dem künftigen Denkmal leben müssen?
Herzliche Grüße
Hans Joachim Dupke
(ein Sachse in S.- Anhalt)
Sigrun Stych:
Der Standort des Denkmals sollte dort sein, wo 1989 die Demonstrationen stattfanden, nicht abgelegen, sondern zentral. Die Botschaft „keine Gewalt“ muss erkennbar sein, denn das war ausschlaggebend.
Ich hoffe, dass bald Vorschläge und Entwürfe vorliegen und zügig endlich daran gearbeitet wird.
Richard Jawurek:
Es gab, lt. LVZ, eine repräsentative Umfrage unter Leipziger Bürgern mit 80% (?) Zustimmung zum Bau. Man kann die erkämpfte Demokratie doch bestens mit Leben erfüllen indem bei Wahlen ein Zettel mit Ja/Nein beiliegt. Der Vorschlag wurde, aus Furcht vor einem mißliebigen Ergebnis, abgelehnt
Es gibt genügend Gedenkorte die an den Einzug des Kapitals 1990, mit allen ambivalenten Folgen, erinnern. Sollen Profiteure der Übernahme sich ein Denkmal errichten, sie hätten allen Grund dazu. Viele Menschen haben derzeit existenzielle Sorgen und kein Verständnis für diese, auch noch teure, Form der Propaganda. Die gepriesene Freiheit ist für die Mehrheit zur Abstraktion geworden aber Meinung / Stimmung der Massen bleibt, in allen Systemen, stets im Fokus realpolitischen Interesses und damit verbundener feierlicher Rituale sowie steinerner Monstren. Ob man auf dem Opernball oder in „abgehängten“ Stadtvierteln, die es mittlerweile reichlich gibt, solche Planungen vorstellt liegt eben an Sichtweisen / Zielen einer bunten Schar von gewählten Volksvertretern bzw. auf welcher Seite der neuen sozialen
Grenzen sie persönlich stehen / gelandet sind. M f G R. Jawurek
Volker Stiehler:
Besonders in den Tagen um den 9. Oktober erinnere ich mich an die umfangreichen Diskussionen um das Freiheitsdenkmal, welches richtigerweise nach Leipzig gehört.
Nach meiner Meinung tut sich Leipzig schwer mit dem Thema.
Da tauchen zum Beispiel hier und da in der Öffentlichkeit der Begriff und auch der Schriftzug „Platz der Friedlichen Revolution“ auf. Warum gibt es diesen denn immer noch nicht?
Durch den 9. Oktober 1989 ist Leipzig zur „Stadt der Friedlichen Revolution“ geworden. Das sehen meines Erachtens auch die Bürger der Städte so, in denen es auch Demonstrationen gegeben hat.
Nun meine ich, dass es in Leipzig nicht unbedingt der Aufstellung eines Freiheitsdenkmals bedarf. Leipzig ist das Freiheitsdenkmal der Friedlichen Revolution von 1989. Dafür haben die Leipziger schon viel getan mit ihrer Erinnerungskultur an diesen Tag, mit der Nikolaisäule, den Aufstellern in der Stadt usw. usw. Nicht zuletzt mit dem Museum in der Runden Ecke.
Was dem Freiheitsdenkmal Leipzig noch fehlt ist der Name für den authentischen Ort, der Platz der Friedlichen Revolution `89 (oder Platz dres 9.Oktober).
Hängen die heutigen Leipziger immer noch am Namen „Augustusplatz“. Welchen Stellenwert hat Augustus für die Leipziger und vor allem für die Deutsche Geschichte im Vergleich mit der Friedlichen Revolution. Wer danach sucht, den klärt das Internet auf.
Ich möchte mit meinem Beitrag die öffentliche Diskussion um das Freiheitsdenkmal und den Namen des Platzes aus aktuellem Anlass wieder einmal anregen.
Harald Bendix
Ich halte die angegebene Anzahl von 1033 Personen in der BRD (ohne Leipzig) und auch die von 508 Leipziger für nicht repräsentativ, stellen Sie doch lediglich 0,00126% der Deutschen bzw. 0,09% dar.
Ich bin sehr interessiert daran, eine Begründung (Verteidigung) der angegebenen Qualität der Repräsentanz zu erhalten, da mich Aussagen, wie z.B. letztens im ZDF „die (!) Thüringer haben mit über 23% die AfD gewählt, ohne dass dabei die prozentuale Wahlbeteiligung Berücksichtigung fand (richtig ist: nur 15% der wahlberechtigten Thüringer haben die AfD gewählt!)
Christian Obst:
Zur Demokratie gehört zwingend , dass sich Minderheiten Mehrheiten unterordnen. Die Mehrheit der Leipziger hat sich aus gutem Grund gegen ein Denkmal entschieden, da helfen auch Zugereiste und ortsunkundige „Promis“ nicht, in Leipzig gibt es Wichtigeres als das von Ihnen geforderte Denkmal.
Prof. Dr. med. Rainer Klöppel:
Leipzig verfügt bereits über 2 höchst ehrwürdige Freiheitsdenkmäler: Eines ist die Nikolaikirche selbst. Das zweite ist die „Wendesäule“ auf dem Nikolaikirchhof.
Leider steht davon im LVZ-Artikel vom 8.11.2019 nichts geschrieben. Unwissenheit oder Absicht?
Wir, damit meine ich die Stiftung friedliche Revolution, die Stadtverwaltung und meine Leipziger Mitbürger, sollten zukunftsträchtiger wirksam werden als mit einem weiteren Denkmal.
