Das Denkmal ist …

Eröffnung der Ausstellung „Das Denkmal ist…“

Bei strahlend schönem Wetter haben wir am 5. September 2023 unsere Ausstellung „Das Denkmal ist…“ auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eröffnet. Mit reger Beteiligung aus Bürgerschaft, Politik und Kultur. Und vor allem mit optimistischer Grundstimmung und Vorfreude auf das Kommende. Angefangen von der Begrüßung durch OBM Jung bis hin zu den vielen guten Gesprächen im Anschluss.
Die Presse, die wir bereits am 31. August in einer Pressekonferenz  über die Ausstellung und den laufenden Denkmalsprozess informiert hatten, reagierte mit phänomenaler Beteiligung und einer mehr als wohlwollenden Resonanz – von LVZ bis zur Süddeutschen Zeitung.
Unsere Botschaft ist angekommen. In Leipzig wird ein wichtiger Erinnerungsort für die Friedliche Revolution entstehen. Gewollt von der Bürgerschaft und mit Leidenschaft vorangetrieben von allen Beteiligten.

Fotos Eröffnung und Pressekonferenz © SFR, Rainer Justen

Ausstellung “Das Denkmal ist …” 6.9. – 9.10.2023

Für die Konzeption der Ausstellung “Das Denkmal ist …” konnte der Kurator Tuan Do Duc mit den Designerinnen und Kuratorinnen Marlene Oeken, Martha Schwindling gewonnen werden. Auch die Ausstellungsarchitektur stammt von Oeken und Schwindling in Zusammenarbeit mit dem Grafikbüro Shortnotice Studio.
Im Außenbereich der Ausstellung können sich alle Besucher*innen darüber informieren, wie es zur Initiative für das Denkmal kam, wer an seiner Entstehung beteiligt ist, welche Schritte auf dem Weg zum Denkmal schon erfolgt sind und wie es weitergehen soll.

Auf diesem Platz, auf dem bald ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig entstehen wird, wollen wir beim Zurück-, nach Vorn- und Um-uns-herumschauen Perspektiven für ein Denkmal entwickeln, das an die Friedliche Revolution erinnert.

Dabei entsteht hoffentlich viel Gelegenheit zur Diskussion:
Welche neuen Sichtweisen auf die Geschichte kann ein Denkmal ermöglichen? Wen spricht es an und für wen spricht es? Welche Funktionen soll es in der Gegenwart erfüllen? Was wollen wir kommenden Generationen vermitteln? Wie verändern sich Denkmäler und ihre Betrachtung im Laufe der Zeit?

Emotionale Exponate

Dazu nehmen elf internationale Künstler*innen anhand von filmischen Arbeiten Stellung.

Den emotionalen Auftakt bilden die heimlichen Filmaufnahmen von Siegbert Schefke und Aram Radomski von der Montagsdemonstration am 09.10.1989 in Leipzig.

Die Künstler*innen Daniel Theiler und Angelika Waniek fragen am Beispiel der Säule auf dem Nikolaikirchhof mit ihrer Arbeit „Feel the Weight“ nach der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen einem Denkmal und den Menschen, die es anspricht.

Die russische Künstlerin Anna Jermolaewa spürt verschwundenen Lenin-Denkmälern  in der Ukraine nach, die im Zuge des Ablösungskonflikts mit Russland seit 2013 abgebaut wurden.

Clara Winter reflektiert mit einer performativen Arbeit über das Leipziger Völkerschlachtdenkmal die Botschaften, die dem Monument eingeschrieben sind und unsere Suche nach einer neuen Deutung in unserer Gesellschaft.

Eine Zusammenstellung der Künsterler*innen und Exponate finden Sie here:

Ausstellungsimpressionen, Fotos © SFR, Stefan Fischer

Die REH: eine mobile Immobilie

Da unsere Ausstellung „Das Denkmal ist …“ als Wanderausstellung entwickelt wurde, dient ihr eine mobile Raumerweiterungshalle (REH) als idealer Ausstellungsraum. In den 1960er Jahren in Mecklenburg entwickelt, bot diese Gebäudeform eine konstruktive Lösung für die Situation in der DDR: Als Antwort auf Raumnot und Fachleutemangel ermöglichte die REH eine flexible Nutzung und wurde verbreitet als Kindergarten, Kino und in der Gastronomie genutzt.

Die Metallkonstruktion REH lässt sich  trotz ihres Gewichts von 7,5 Tonnen im Teleskopsystem auf ein Achtel ihrer Größe zusammenschieben. Sie ist nicht fest mit dem Boden verankert, sondern steht auf einer Gleiskonstruktion und kann innerhalb eines Tages von sechs Personen auf und abgebaut werden.

Unsere Ausstellungshalle wurde 1975 vom VEB Metallbau Boizenburg hergestellt. In der DDR diente sie als Mensa für die FDJ-Jugendhochschule am Bogensee.
Weitere Informationen zur REH here und von der LVZ

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung „Das Denkmal ist …“

● Das Denkmal ist … Diskussion

Sonntag, 10. September, 16 Uhr, Diskussionsveranstaltung: „Was kann ein Denkmal für die Friedliche Revolution erzählen?“; Ort: Denkmalwerkstatt, Kupfergasse 2

● Das Denkmal ist … Perspektivenvielfalt

Donnerstag, 14. September, 19 Uhr- 20:30 Uhr, Lesung: „Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive“; Ort: Stadtbibliothek, „Huldreich Groß“, 4. OG

● Das Denkmal ist … Austausch

Freitag, 22. September, 18 Uhr, Kurator*innenführung; Ort: Wilhelm-Leuschner-Platz

Das Denkmal ist … Erinnerungsarbeit

Samstag, 30. September, 11 Uhr: Schreibworkshop „Assoziation zu und Erinnerung an die Friedliche Revolution“ mit Sibylla Vričić Hausmann; Ort: Stadtbibliothek, Leipzig-Zimmer

● Das Denkmal ist … ein Aushandlungsprozess

Donnerstag, 5. Oktober, 18 Uhr, Diskussionsveranstaltung: „Prozess, Teilhabe, Vermittlung“ + Performance von Esper Postma; Ort: GfzK
Jeden Sonntag um 12 – 13 Uhr gibt es zudem dialogische Führungen zur Ausstellung mit den Vermittler:innen. Ort: REH, Wilhelm-Leuschner-Platz
Das Rahmenprogramm im Detail

Das Denkmal ist … im Gespräch

Videoaufzeichnungen der Begleitveranstaltungen am 10. September und 5. Oktober 2023

Das Denkmal ist … Diskussion  –  10. September 2023
Diskussionsveranstaltung: „Was kann ein Denkmal für die Friedliche Revolution erzählen?“

Das Denkmal ist … ein Aushandlungsprozess  –  5. Oktober 2023
Diskussionsveranstaltung: „Prozess, Teilhabe, Vermittlung“ + Performance von Esper Postma; Ort: GfzK